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Führungsstärke – eine Veränderung – Führungsnähe

Führungsstärke und Persönliche Kompetenz

Bezug nehmend auf meinen letzten Beitrag zum Thema Führungsstärke möchte ich heute einem Gedanken Raum geben, der mir durch meine Arbeit mit meinem eigenen Coach bewusster wurde. Ein Gedanke, den ich bereits längere Zeit mit mir rum trage, den ich aber bisher noch nicht so klar verstehen bzw. formulieren konnte. In den letzten beiden Sitzungen, in denen es um mich und meine Arbeit ging hat mir mein Begleiter wunderbar gespiegelt was es ist, das ich da in mir spüre. Danke an Dich, Andres, an dieser Stelle! 😉

Es geht um den Wandel der Zeit könnte man sagen, konkret aber um den Wandel im Verständnis und der Herangehensweise an Führungsarbeit in unserem Land. Besonders in großen Unternehmen ist es spürbar, dass es eine Distanz gibt zwischen Führungsebene und Mitarbeitern. Eine Distanz, die man oft auch als Kluft bezeichnen könnte, eine Distanz, die ein Gefühl des Getrennt-seins nicht nur in der Wahrnehmung der Mitarbeit sondern auch in der Führungsebene hervor ruft und unter der beide Seiten mehr oder weniger offen sichtlich leiden. Ein Gefühl, das sich in Gedanken oder Gefühlen von ‚Die‘ und ‚Wir‘ widerspiegelt.

Der Wandel, den ich seit geraumer Zeit wahr nehme, geht nicht dahin, die Struktur in den Organigrammen aufzulösen o.ä., sondern eher ein Wandel, der sich auf das innere Erleben bezieht und der dann in äußerem Verhalten sichtbar wird. Und ich hoffe, dass ich mit meiner Formulierung einen Beitrag dazu leiste, das sich dieser Wandel beschleunigt, denn ich glaube, dass es nicht nur die Zeichen der Zeit sind, die es anzeigen sondern auch, dass es eine Vermehrung von Freude und Erfolg auf allen Ebenen mit sich bringen kann und wird. Ich erlebe, dass die Unternehmen und Firmen, die diesem Wandel bereits die entsprechende Aufmerksamkeit geben, schon davon profitieren.

Ich möchte versuchen, jetzt das zu formulieren was ich konkret meine. In der Vergangenheit war Führungsstärke notwendig, um Teams und Unternehmen zum Erfolg zu führen und es waren Kampf, ‚klare Ansage‘ und Strategien der Durchsetzung gefragt. Wir haben uns in einer Welt erlebt, in der es um’s Überleben ging und genau dafür waren diese Strategien notwendig.

Jetzt befinden wir uns meiner Meinung nach in einem globalen Umbruch, einer Veränderung, die besagte Globalisierung mit sich bringt. Alle Informationen ‚liegen offen auf dem Tisch‘. Jeder Fleck auf der Welt ist sichtbar und so auch jeder Bereich in unserm Leben. Ich kann jetzt natürlich weiter kämpfen, neue Strategien der Abschottung finden und die alte Distanz aufrecht erhalten.

Meine Idee, mein Wunsch und meine Einladung ist es, das Verständnis von Führungsstärke in ein Verständnis von Führungsnähe zu verändern. Eine Stärke, die sich darin zeigt, dass ich als Führungskraft und auch als Mitarbeiter mich ein Stück weit sichtbarer mache. Dadurch werde ich authentischer wahr genommen, berührbarer – echter. Es fällt ein Stück weit Maske weg und die Energie, die ich vorher dafür aufgewendet habe, diese Maske, diese Distanz aufrecht zu erhalten, wird frei. Vielleicht kennen Sie die Formulierung:„Nähe ist nicht die Unterbrechung von Distanz sondern ihre Überwindung“. Diesen Spruch finde ich sehr passend dazu.

Die frei werdende Energie kann ich dann in meine Kreativität stecken, in das Bemühen, passende Lösungen für meine Arbeitsaufgaben zu entwickeln. Diese Energie bringt auch ein Gefühl der Freude und des Be-frei-t-sein mit sich und das ist aus meiner Sicht eine echte Steigerung meiner Lebensqualität jenseits von Besitz und Konsum, vielleicht im Sinne von naher Wildheit…

Rückmeldungen, Nachfragen o.ä. bitte gern als Kommentar oder E-Mail.

Weitere Infos über meine Arbeit jeder Zeit auf der WebsiteFacebookXing, LinkedIn u.a.

Viel Kraft, viel Freude und viele Grüße

Nachtrag August 2019: 

Da es mir bei meiner Arbeit mit Geschäftsführern und Führungskräften immer wieder begegnet, stelle ich es hier mal der Allgemeinheit zur Verfügung:

Es geht bei dem Wandel bzw. der Veränderung, die aktuell erleben (und hoffentlich aktiv gestalten), nicht um ein Entweder Oder sondern um ein Sowohl als auch.

Was heißt das praktisch? Ich muss mich als Führungskraft nicht entscheiden zwischen autoritärem oder kollektivem Führungsstil sondern ich erweitere mein Verständnis und mein Handlungsspektrum um den jeweils ‚fehlenden‘ Teil und werde so fähig, mit ALLEN Veränderungen und Möglichkeiten umzugehen, die da kommen könnten.

Durch meine Vorbereitung werde ich sozusagen vollkommener im Sinne von vollständiger oder kompletter. Da Niemand weiß, was in der Zukunft alles auf uns zu kommt oder welchen Szenarien wir uns stellen müssen, ist es aus meiner Sicht doch nur sinnvoll, sich auf ALLE Eventualitäten vorzubereiten, indem ich schaue, was fehlt mir noch zur ‚Vollständigkeit‘.

Ist es meine Fähigkeit, im entscheidenden Moment auch mal Anweisungen geben und Entscheidungen treffen zu können, die unbequem sind oder die auf Ablehnung stoßen? Oder ist es meine Bereitschaft, mich kooperativ und berührbar zu verhalten und meinen Team-Mitgliedern oder Mitarbeitern zu erlauben, die kreativen Ideen und Impulse auf den Tisch zu legen, die sie (meist schon länger) mit sich herumtragen. 

Ich sollte also herausfinden, welches Verhalten ich bisher noch nicht zugänglich hatte und damit noch nicht gelebt haben konnte.

Das ist Schritt Eins, für den ich den Mut einsetzen kann:

Erkenntnis durch Infrage stellen meiner Selbst bzw. Hinterfragen meines Handelns. 

Im Schritt Zwei finde ich Menschen, die mir bei der Erschließung oder Umsetzung des Verhaltens oder Handelns Impulse zur Frage: Wie? geben können. Meisten sind das Menschen, die das, was ich erreichen will, schon erreicht haben oder denen ich es potentiell zutraue, es zu erreichen.

Beim Dritten Schritt hole ich mir Unterstützung in der Umsetzung in Form eines Begleiters. Dieser kann als Sparringspartner, Impulsgeber, Trainer oder schlicht als ‚Verpflichtungszeuge‘ dienen.

Und dann heißt es umsetzen, reflektieren, korrigieren, wieder umsetzen usw. bis ich spüre, dass ich die Veränderung dessen, was es zu verändern galt verinnerlicht habe. Das merke ich dann daran, dass ich nicht mehr drüber nachdenken muss oder mich anstrengen muss. Es wird also erkennbar daran, dass es leichter wird!!

Viel Freude beim Wandel gestalten…

J

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