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Lebensthemen 6 – Mitgefühl und das Auge des Sturms

Führungsstärke und Persönliche Kompetenz

6. Ausgabe – Mitgefühl und das Auge des Sturms

Mitfühlen oder Mitleiden, was ist der kleine aber feine Unterschied? 

Wenn ich eine Person sehe, die leidet, dann kann ich diese Person bedauern, kann mich auf ihre Ebene begeben und mit dieser Person leiden. Dann habe ich Mit-Leid. Ich fühle mich genauso elend wie diese Person, bin ebenso down, traurig, schmerzvoll usw.

Das fühlt sich nicht gut an, oder? Jeder kennt das. Man fühlt sich dann nicht (mehr) gut und ist auch nicht in der Lage, für diese Person da zu sein bzw. wenn sich das Leid der anderen Person länger hinzieht, meidet man über kurz oder lang diese Person. Niemand will sich länger so fühlen. Auch die betroffene Person (meistens) nicht. Doch mit dieser Dynamik entwickelt sich eine negativ Spirale, im Laufe derer die betroffene Person sich mehr und mehr allein gelassen fühlt, denn sie spürt den inneren Rückzug des Umfeldes…

Doch wie sieht die Alternative aus? Wie kann ich ganz präsent und Herz offen da sein ohne mich selbst in diese energetische Abwärtsbewegung ziehen zu lassen? Wie kann ich hilfreich sein und Energie gebend unterstützen?

Die Antwort liegt in dem feinen Unterschied, der Mitgefühl heißt.

Anwesend, offen, berührbar und sich einlassend da sein, das Gefühl der anderen Person wahrnehmen und mit ihr zu sein ohne sich selbst zu identifizieren oder in das Gefühl hineinzubegeben. Man fühlt also das Gefühl der anderen Person, ist berührt davon, hält aber selbst den inneren Kontakt zur Stille der Ganzheit – man fühlt mit der Person, anstatt mit ihr zu leiden! Wir alle haben diese Fähigkeit, gefühlt das Auge des Sturms zu sein, um den sich alles dreht, wir müssen nur den Kontakt halten lernen.

Und jetzt, ganz praktisch!

Wenn Sie in einer oben beschriebenen Situation sind,:

  • Fragen Sie die Person nach ihren Gedanken und Gefühlen, denn man weiß nie wirklich wie es der Person geht, was sie denkt. 
  • Lösen Sie sich von dem inneren Anspruch, helfen zu wollen oder zu müssen. Fragen Sie lieber, was Sie für die andere Person tun können, das ihr gut tun würde. Und entscheiden Sie dann, ob Sie bereit dafür sind. 
  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch ihr Zuhören und anwesend sein etwas sehr Gutes für die anderen Person tun. Sich mitteilen zu können, erleichtert die Last für die Seele. 
  • Mag sein, dass sich die andere Person allein fühlt. Senden Sie die (unausgesprochene) Botschaft, dass sie nicht alles allein lösen muss. 
  • Üben Sie sich in Geduld und lassen Sie der anderen Person den Raum, ihre eigene Geschwindigkeit im Umgang mit dem Problem zu finden. 

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